Wer sich einmal durch die kleinen Bildchen auf der Unterstützerseite der Webpräsenz des Bürgermeisterkandidaten Lutz-Tim Tölle klickt und dabei Kenntnisse über die gesellschaftlichen Zusammenhänge in Iserlohn nicht vermissen lässt, wird etwas erkennen. Und je mehr Bildchen man klickt, desto deutlicher wird der Zusammenhang.
Ab einer gewissen Anzahl geklickter Bildchen macht es Sinn, zusätzlich zur Unterstützerseite auch noch die Website des Rotary Club Iserlohn zu öffnen und dort einmal die Seite „Vorstand“ aufzurufen. Siehe da, ein fast identisches Bild bietet sich dem Auge des Betrachters dar.
Nahezu der gesamte Vorstand des Rotary Club Iserlohn unterstützt seinen 2007er Präsidenten Lutz Tim Tölle. Reinhold Roels, Uwe Breitrück, Christian Kamp, Reinhard Adam, Theo Bergenthal, Klaus Späing, Joachim Köhne – die ganze illustre Runde. Auch nicht mehr im Vorstand aktive Rotarier, wie Giesecke von Bergh, stellen sich hin.
Ist doch klar, dass der Verein seinen ehemaligen Präsidenten unterstützt, werden Sie vielleicht denken. Ich würde das allerdings nur dann bestätigen, wenn es sich um einen Fußballclub oder den örtlichen Kaninchenzüchterverein handelte. Nicht aber in Rotary-Gefilden, denn bei Rotary geht es um was anderes.
Die weltweiten Rotarierclubs stellen sich mit ihren über 1,2 Millionen Mitgliedern gern als mildtätige Organisation hin, die lediglich dem Dienst am Gemeinwohl verpflichtet ist. In der Tat ist das Wirken nach außen oberflächlich von diesem Grundsatz bestimmt und soll wohl für gute Stimmung in der Öffentlichkeit gegenüber dem undurchsichtigen rotarischen Geflecht sorgen. Wer soll schon etwas gegen einen Verein haben, der ständig irgendwelche caritativen oder kulturellen Aktionen sponsort?
Nach Innen geht es bei Rotary jedoch um handfeste Vorteile für jedes einzelne Mitglied. Man hilft sich gegenseitig in einer Weise, in der es nur wenigen Menschen möglich ist. Schließlich kommt man bei Rotary nur rein, wenn man von mindestens einem bestehenden Mitglied vorgeschlagen und in einer Mitgliederversammlung einstimmig angenommen wird. Auf diese Weise hält Rotary das hohe gesellschaftliche Niveau seines Netzwerks aufrecht.
Der WDR charakterisiert Rotary so: „Schnell begreifen sich die Rotarier aller Länder als Besten-Auslese und sorgen mit einem strengen Regelwerk dafür, dass neben Freundschaft und Wohlfahrt im Zeichen des Zahnrads auch der Nimbus vom Elite-Club genährt wird. Wer es zu Einfluss, Macht oder Könnerschaft in seinem Beruf gebracht hat, dem wird der Beitritt diskret angetragen.“
Innerhalb dieser Bestenauslese gibt es nur wenige Tabus. Da wird sich gegenseitig in allen Lebenslagen geholfen. Jobs für den Sohnemann oder Geschäftsabschlüsse hin zum Ausgrenzen etwaiger Wettbewerber sind an der Tagesordnung. Leider macht Rotary bei diesen – vergleichsweise harmlosen – Seilzerrereien noch nicht Schluss.
Beispielhaft für das Treiben und die wahren Ziele der Rotarier seien folgende Vorgänge genannt:
Die Versetzung der ehemaligen Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen an das Essener Amtsgericht soll erfolgt sein, weil sie im Falle Zumwinkel möglicherweise einigen Rotariern zu nahe getreten war. Unter anderem gehörte ihr direkter Vorgesetzter und leitender Oberstaatsanwalt dazu. Diese Geschichte kann man hier und unter dem Titel „Neulich im Rotary Club“ hier nachlesen.
In Universität und Forschungszentrum Karlsruhe schieben sich Rotarier Professuren und andere Pöstchen zu. Es gibt wohl gar Hinweise auf Verwicklungen in windige Rüstungsgeschäfte, verbunden mit der interessanten Information, dass mindestens sieben Verfassungsrichter Rotarier sind.
In Münster flog ein Steuerfahnder raus, weil er sich nicht an die schriftliche Anweisung seines Dienststellenleiters gehalten hatte, im Ermittlungsfall Brillux, trotz vermuteteter Hinterziehung einer halben Million Mark das Strafverfahren einzustellen. Der Dienststellenleiter und der Brillux-Steuerberater sind Rotarier.
In Fulda sollen Rotarier für die club-genehme Besetzung von Kirchenämtern sorgen.
Für manche ist sogar klar, dass Rotary und Lions lediglich durch die Freimaurerschaft betriebene Alibi-Vereine sind. Belegt wird das durch den Nachweis, dass sowohl der Gründer von Rotary, wie auch derjenige von Lions Hochgradfreimaurer waren. Danach fungieren Rotary und Lions als bloße Zubringerorganisationen zu den inneren Zirkeln, den Logen.
Ob es nun tatsächlich darum geht, „die Führungskräfte in Politik, Kirche und Wirtschaft für die kommende antichristliche Weltrepublik zu erziehen“, wie es sachkundige Kritiker des Freimaurertums behaupten oder lediglich darum, maximalen persönlichen, dabei vor allem wirtschaftlichen Nutzen aus dem Engagement als Rotarier zu ziehen, mag ich nicht definitiv beurteilen.
So oder so sind die Zielsetzungen verwerflich genug, als das man diese Seilschaften nicht noch durch die Installation eines rotarischen Bürgermeisters in Iserlohn unterstützen sollte.
Ich unterstütze daher Lutz Tim Tölles Aufforderung.
Gehen Sie zur Wahl! Aber wählen Sie um Himmels Willen nicht Tölle!