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Gestern ist ein junger Motorradfahrer auf der Westfalenstraße in Iserlohn ums Leben gekommen. Er starb an den Folgen eines Zusammenpralls mit dem Auto eines 67-Jährigen. Soweit besteht noch Klarheit hinsichtlich der Fakten.

Liest man den Artikel des IKZ zum Geschehen, drängt sich einem der Verdacht auf, hier solle ein Vertreter der Iserlohner Haute Volee geschützt werden, denn es heißt [Zitat]:

Der junge Mann fuhr mit seinem Motorrad gegen 14.20 Uhr auf der Westfalenstraße stadtauswärts. Nach Augenzeugenberichten muss er mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. Jedenfalls konnte er weder bremsen noch ausweichen, als ein 67-Jähriger mit seinem Audi die Westfalenstraße von der Schulstraße aus überqueren wollte. Mit voller Wucht raste der 19-Jährige in den Wagen. . Den Spuren an dem Auto und auf der Fahrbahn nach zu urteilen, prallte er aber nicht frontal in den Wagen, sondern hatte seine Maschine, eine Honda CBR 600, bereits quer gelegt und rutsche in die Beifahrerseite. Der Audi wurde durch die ungeheure Wucht des Aufpralls komplett herumgeschleudert.

Verkürzt: Ein 19-Jähriger fuhr mit stark (!) überhöhter Geschwindigkeit stadtauswärts, weshalb er einem 67-Jährigen, der die Westfalenstraße von der Schulstraße aus überqueren wollte, nicht mehr ausweichen konnte.

Schauen wir uns die Geschichte einmal Schritt für Schritt an:

Nach Augenzeugenberichten muss er mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein

Wieso wird auf Augenzeugenberichte verwiesen? Wenn er tatsächlich „stark überhöht“ schnell gefahren ist, müsste man das am Getriebe des Motorrads nachvollziehen können. Welcher Gang war geschaltet?

Jedenfalls konnte er weder bremsen noch ausweichen… und: prallte er aber nicht frontal in den Wagen, sondern hatte seine Maschine, eine Honda CBR 600, bereits quer gelegt

Wenn er seine Maschine bereits quer gelegt hatte, spricht einiges dafür, dass er eben doch ein Ausweichmanöver versuchte. Und dieser Versuch scheint auch zu einem recht frühen Zeitpunkt eingesetzt zu haben, denn ein Motorrad bringt man nicht in einem Sekundenbruchteil in eine nicht den Fliehkräften entsprechende Richtung.

Endgültig interessant aber wird die ganze Geschichte, wenn man einen vom IKZ komplett unterschlagenen Fakt betrachtet:

Wer auf der Westfalenstraße fährt hat Vorfahrt!

Der Motorradfahrer hatte ganz eindeutig Vorfahrt. Und was soll das Geeiere, der 67-Jährige wollte „mit seinem Audi die Westfalenstraße von der Schulstraße aus überqueren“. Diese Formulierung soll nichts anderes als verschleiern, dass der 67-Jährige von der Schulstraße auf die Westfalenstraße Richtung Hemer abbiegen wollte und das leider auch tat. Der 67-Jährige missachtete also ganz konkret die Vorfahrt des Motorradfahrers.

Und noch eines ist in diesem Zusammenhang interessant: Von der Einmündung Schulstraße aus, kann man die Westfalenstraße stadteinwärts bis zum Steakhaus Pavic, mithin gute 300 (!) Meter weit frei überblicken. Insgesamt ergibt sich in beide Richtungen ein freies Sichtfeld von nahezu einem halben Kilometer. Hinzu kommt, dass die Westfalenstraße am Sonntag nur wenig Verkehr aufweist, also in keinerlei Hinsicht eine unübersichtliche Verkehrslage in die Argumentation eingebracht werden kann.

Will diese ganzen Unterschlagungen vielleicht einmal ein Mitarbeiter des IKZ erklären?

 

Die Problemstellung:

Dr. Ahrens wird Bürgermeister. Damit ist die Stelle des ersten Beigeordneten frei. Der erste Beigeordnete ist der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters (§ 68 GO) und wird vom Rat bestellt. Auf diese Stelle wollte man nun offenbar Kathrin Brenner, die Ressortleiterin Soziales hieven. Die Gemeindeordnung sagt jedoch, dass mindestens einer der Beigeordneten die Befähigung zum Richteramt bzw. den höheren Verwaltungsdienst haben muss (§ 71 GO). Das war bisher mit Dr. Ahrens gegeben. Dieser ist als Bürgermeister aber nicht mehr Beigeordneter.

Um Kathrin Brenner nun dennoch auf den Posten der ersten Beigeordneten zu hieven, dachten sich die Rathausverantwortlichen hier läge ein Fall des § 129 GO, der sog. Experimentierklausel vor. Mit der Begründung, der Bürgermeister sei ja seinerseits mit den entsprechenden Voraussetzungen ausgestattet, wollte man vom Innenministerium die Freigabe erhalten, den Posten des ersten Beigeordneten frei nach gusto zu besetzen. Das Innenministerium lehnte dieses ab. Zu Recht. Jetzt will man Rechtsamtsleiter Bartels in den Verwaltungsvorstand hieven, um formal die Voraussetzungen zu erfüllen. Bartels hat nämlich die Befähigung zum Richteramt.

Viele Problemstellungen tun sich in diesem Gesamtzusammenhang auf.

Iserlohner Besonderheiten, oder: Schilda ist überall

Die Problematik „Erste Beigeordnete“ ist nur eine von mehreren Merkwürdigkeiten in der Iserlohner Führungsetage. Ich will mal versuchen, das ganze verständlich aufzudröseln:

Beigeordnete oder nicht Beigeordnete – Das ist hier die Frage

Nach § 71 GO legt der Rat die Zahl der Beigeordneten im Rahmen der Hauptsatzung fest. Das hat auch der Iserlohner Rat getan und die Zahl der Beigeordneten auf ZWEI festgesetzt (§ 12 Hauptsatzung). Der eine Beigeordnete, zugleich der erste, war bislang Dr. Ahrens. Der zweite Beigeordnete ist Kämmerer Friedhelm Kowalski. Es ist nun also ein Beigeordneter neu zu besetzen. Dazu sagt § 71 GO: „Die Stellen der Beigeordneten sind auszuschreiben.“

Eine interne Mauschelei, die in der Besetzung mit Kathrin Brenner als erste Beigeordnete endet, ist damit ausgeschlossen. Anders sähe es aus, wenn Kathrin Brenner Beigeordnete wäre, was sie gar nicht ist, worüber aber in der örtlichen Journaille hinweggesehen wird. Auch Ressortleiter Knops ist übrigens kein Beigeordneter.

Der Verwaltungsvorstand, den es so gar nicht gibt

Schauen Sie sich diese Abbildung an. Sie zeigt angeblich den Iserlohner Verwaltungsvorstand. Ich habe mir erlaubt, einige grafische Hinweise anzubringen:

verwaltungsvorstand
Quelle: iserlohn.de

Auch hier lohnt ein Blick ins Gesetz. Dort steht nämlich: „Sind Beigeordnete bestellt, bilden Sie zusammen mit dem Bürgermeister und dem Kämmerer den Verwaltungsvorstand.“ (§ 70 GO) Sie sehen? Zum Verwaltungsvorstand gehören die Beigeordneten, der Bürgermeister und der Kämmerer. Daraus können Sie zwei interessante Informationen entnehmen:

  1. Kathrin Brenner und Klaus Peter Knops sind keine Mitglieder des Verwaltungsvorstandes, obwohl die obige Abbildung anderes behauptet und auch die tägliche Praxis eine andere ist. Wider das Gesetz im übrigen…
  2. Friedhelm Kowalski hätte nicht zum Beigeordneten bestellt werden müssen, denn a) wäre er nach 70 GO auch ohne Beigeordnetenstatus Mitglied im Verwaltungsvorstand gewesen und b) schreibt  71 GO nur für kreisfreie Städte vor, dass der Kämmerer Beigeordneter sein muss, sowie c) hätte man beide Beigeordnetenstellen frei gehabt und jetzt nicht solche Probleme. Stellt sich also die Frage, warum man den Lebenszeitbeamten Kowalski dennoch zum Beigeordneten erhoben hat, wo es doch nach Kommunalrecht überhaupt nicht erforderlich war. Das wird doch wohl nichts mit der Bezahlung zu tun haben? Wollte man Kowalski am Ende lediglich in die im Vergleich zur A-Besoldung höheren Besoldungsstufen der Klasse B  hieven? Zu welches Volkes Nutzen, bitte?

Nach Ahrens Wahl zum Bürgermeister wollte die CDU offenbar ihren Einfluss sichern und entsprechend wenigstens die Position des ersten Beigeordneten besetzen. Das hätte sie natürlich mit Kowalski tun können. Ahrens Beigeordnetenstelle wäre ausgeschrieben und mit einem entspreched befähigten Mann/Frau besetzt worden. Alles in Ordnung.

Die CDU wollte aber offensichtlich lieber Kathrin Brenner auf den Posten heben. Blöd, denn sie ist keine Beigeordnete und kann den einzig vakanten Beigeordnetenposten mangels formaler Qualifikation nicht einnehmen. Was tun?

1. Experimentierklausel beantragen – fehlgeschlagen.

Immerhin ist ja Ahrens qualifiziert, dann braucht es Brenner nicht zu sein, so die Argumentation. Hätte man sich 129 GO vor der Antragstellung einmal angesehen, hätte man sich den Antrag sparen können, denn dort steht: „Zur Erprobung neuer Steuerungsmodelle und zur Weiterentwicklung der kommunalen Selbstverwaltung … kann das Innenministerium im Einzelfall zeitlich begrenzte Ausnahmen … erlassen.“ Man wird das beabsichtigte Pöstchenschieben auf bestimmte Personen im Iserlohner Rathaus nicht im Ernst als „Erprobung neuer Steuerungsmodelle“ oder gar als „Weiterentwicklung der kommunalen Selbstverwaltung“ verbrämen wollen. Oder etwa doch?! Im Übrigen ist nicht die Rede davon, dass Brenner mit der finanziellen Höherstufung in den Beigeordnetenstatus auch andere Tätigkeitsbereiche übernehmen soll. Von daher stellt sich auch hier die Frage: Wo läge der Nutzen der Iserlohner Bevölkerung in der Besserbezahlung der Kathrin Brenner?

2. Rechtsamtsleiter Stefan Bartels in den Beigeordnetenstatus hieven.

Das ist im Moment wohl der bevorzugte Weg, der allerdings ebenso kritisch zu betrachten ist. Denn erstens ist eine Beigeordnetenstelle grundsätzlich auszuschreiben und es ist fraglich, ob ausgerechnet Stefan Bartels am Ende in einer fairen Wettbewerberauswahl obsiegen kann. Es sei denn, das Ganze wäre ein abgekartetes Spiel in bester Berlusconi-Manier. Zweitens stellt sich die Frage, welchen Fachbereich Stefan Bartels denn übernehmen soll. Etwa das Baudezernat? Wer leitet dann das Rechtsamt? Oder anders gefragt: Wenn der Rechtsamtsleiter in der Lage ist, zusätzlich z.B. das Baudezernat zu leiten, warum hat man diese Lösung nicht schon seit Jahren umgesetzt? Man könnte so bereits erhebliche Mittel gespart haben. Und drittens sollte sich die Rathausführung fragen, ob es nicht durchaus als ganz mieser Stil bezeichnet werden könnte, dermaßen zielgerichtet die persönliche Begünstigung einer einzelnen Bediensteten voran zu treiben. Vorsichtig formuliert…

Weiterhin muss bedacht werden, dass das unnötige Heraufheben des Stefan Bartels in den Verwaltungsvorstand und die darauf folgende Wahl der Kathrin Brenner zur erste Beigeordneten nur dann möglich ist, wenn die Hauptsatzung der Stadt Iserlohn geändert wird. Denn dort steht, wie bereits gesagt, drin, dass die Zahl der Beigeordneten auf ZWEI festgesetzt ist. Wir rechnen nochmal nach: Kowalski: 1; Bartels (in spe): 2; Brenner: 3

Hoppla, eine zuviel. Natürlich kann die Hauptsatzung der Stadt Iserlohn nach 7 GO jederzeit geändert werden. Das allerdings nur mit der Mehrheit der gesetzlichen Zahl der Ratsmitglieder.

Bringen wir die Frage kurz auf den Punkt. Wieso, also zu welchen Volkes Nutzen sollte die Mehrheit der Ratsmitglieder eine Änderung der Hauptsatzung beschließen, die einzig und allein den Sinn hat, Kathrin Brenner in das Amt der ersten Beigeordneten heben zu können? Zumal mit einer dritten Beigeordnetenstelle die Kosten für die Iserlohner Bevölkerung steigen und ein Nutzen ansonsten nicht erkennbar ist.

Warum geht man nicht den korrekten Weg? Dieser ist ganz einfach: Schreibt die Stelle vom Ahrens aus und besetzt sie neu. Die Kosten bleiben die gleichen, die Strukturen auch. Natürlich haben vorhandene Akteure keinerlei persönlichen Nutzen aus dieser Vorgehensweise. Aber, das spielt doch bestimmt keine Rolle bei einer sachgerecht neutralen Ratsentscheidung, oder etwa doch?

Die Iserlohner Bevölkerung sollte sich das Treiben ihrer gewählten Vertreter in den nächsten Wochen also ganz genau ansehen…

KDVZ Sitcom

„Ich hatte immer gedacht, bei der KDVZ arbeiten Profis.“

[Zitat IKZ-Kolumne "Nachgedacht" vom 1.9.2009]

Wie ist denn der Schreiber des Leserbriefs mit obigem Inhalt bloß darauf gekommen? Wer die KDVZ in den letzten zwanzig Jahren beobachtet hat, weiß es besser. Aber wollen wir nicht die allgemeinen Probleme aufarbeiten, kümmern wir uns ausschließlich um das Desaster vom Wahlabend des 30.08.2009.

Ich selbst versuchte den Zugriff auf die Kommunalwahlergebnisse direkt ab 18 Uhr und erwartete – ehrlich gesagt – nicht, an die Informationen zu gelangen. Insofern wurde ich nicht enttäuscht. Erst gegen 20.30 Uhr gelang mir der Zugriff auf die grafisch aufbereiteten Ergebnispräsentationen. Zwischendurch konnte ich ab und zu einmal die mit dem Euphemismus „Barrierefreie Version“ verbrämte Schlichttabelle aufrufen und so wenigstens die rohen Rohdaten erhalten. Mit Taschenrechner und Papier gelangte ich schließlich auch zum Ergebnis.

Wie konnte es passieren, dass die KDVZ-Website dermaßen schnell und nachhaltig versagte? Mit einem Wort: Dilettantentum. KDVZ-Geschäftsführer Dr. Michael Neubauer fragte den IKZ-Redakteur: „Ja, glauben Sie denn, wir sind eine Bastlertruppe?“ Die Antwort hätte lauten müssen: „Ja! Und zwar glaube ich, dass Sie maximal genau das sind.

Ein Profi hätte nämlich niemals gesagt, was Dr. Neubauer vortrug: „Wir haben oft getestet, aber den Echtfall kann man nur schwer simulieren.“ Angeblich hätten die Leitungen schlapp gemacht, alles andere hätte perfekt funktioniert.

Ob das stimmt, oder ob auch die Systeme direkt betroffen waren, ist zunächst für die Beurteilung unerheblich. Klar ist, dass die KDVZ Citkomm unprofessionell an die Veranstaltung „Wahlergebnispräsentation“ heran gegangen ist. Denn selbstverständlich kann man den „Echtfall“ sogar ganz ausgezeichnet simulieren. Der Profi bezeichnet diese Simulation als Lasttest. Zur Durchführung dieser Lasttests gibt es haufenweise Software, wie auch Dienstleister. Denn selbstverständlich gehören Lasttests zu den extrem wichtigen Maßnahmen beim Betrieb von Webanwendungen. Ab welcher Besucherzahl geht die Anwendung in die Knie? Ab welcher Last reagiert das System gar nicht mehr? Das sind Fragen, die sich große Betreiber aus existenziellem Interesse zu stellen haben. Wenn der große Webshop von – sagen wir – Otto.de unter der Last der Kaufwilligen zusammenbrechen würde, käme das unter verschiedenen Gesichtspunkten einer Katastrophe gleich. Von daher gehören Angebote für Last- oder noch extremer Stresstests zum kleinen Einmaleins des Profis!

Wenn Sie das wirklich nicht wissen, Herr Dr. Neubauer, dann schauen Sie doch einmal bei der Firma Neotys vorbei. Dort erklärt man Ihnen, wozu sowas gut ist und wie es funktioniert. Alternativ können Sie natürlich auch den vielen Links im weiter oben genannten Wikipedia-Artikel folgen. Ganz grundsätzlich wäre es schon mal gut gewesen, Sie hätten – wie ich – zur Klärung der Frage schlicht Google benutzt, bevor Sie dem IKZ hanebüchene Antworten geben.

Übrigens: Die Beutreilung der KDVZ als Nichtprofis ist noch die für die KDVZ positivste. Alternativ könnte man natürlich auch annehmen, dass es der KDVZ völlig wurscht war, ob die Bürgerinnen und Bürger am Wahlabend die Ergebnispräsentation aufrufen können oder nicht. Immerhin zahlen die ja nicht dafür, sind also mit dem Otto-Kunden nicht vergleichbar. Sollte es so gewesen sein, wäre das wieder ein schönes Beispiel für den Umgang einer Behörde mit ihren Kunden.

So oder so sollten Sie überlegen, ob die KDVZ Citkomm nicht doch besser in KDVZ Sitcom umbenannt werden sollte…

Glückwunsch an den SPD-Kandidaten. Mit satten 36 Prozent verweist er seine Mitbewerber Tölle (29 %) und Bogatzki (25 %) auf die Plätze. Gegen einen Profi auf dem Bürgermeistersitz werde ich hier nicht kritteln. Dennoch sollte man die Ergebnisse im Zusammenhang betrachten, um zu sehen, wie der Schuss der CDU-Rebellen und des örtlichen Rotarierclubs nach ganz hinten losgegangen ist:

bm-iserlohn

Die Situation im Rat sieht anders aus. Hier liegt die CDU vorn:

rat-iserlohn

Die Stimmung in der Bevölkerung ist also nicht gegen die CDU. Der beeindruckendste Beleg dafür ist aber dieser hier:

landrat

Thomas Gemke, den man nun beim besten Willen nicht als Sympathieträger bezeichnen kann, macht mit über 40 % der Stimmen das Rennen um den Posten des Landrats. Warum? Weil er der Kandidat der CDU ist.

DER Kandidat der CDU wohlgemerkt. Der EINZIGE Kandidat der CDU. In unserem Städtchen allerdings meinten ja einige Großintellektuelle einen zweiten bürgerlichen Kandidaten neben Bogatzki stellen zu müssen.

So gab es in Iserlohn zwei CDU-Kandidaten. Einen offiziellen und einen offiziell parteilosen. Im Grunde müsste man der CDU gratulieren. Immerhin hat sie, so betrachtet, über 50 Prozent der Stimmen geholt. Mehr als 2004. Leider verteilen sich die Anteile auf zwei Bewerber, so dass sich der berühmte lachende Dritte über einen gut dotierten Verwaltungsposten freuen kann.

Sehr intelligent, Dr. Kirchhoff und Konsorten. So wird bürgerliche Politik zuverlässig verhindert…

Der Iserlohner Marktkauf schließt zum 12. September 2009 seine Pforten, gibt es aber nicht zu. Vielmehr verlautet offiziell:

Wegen umfangreicher Umbauarbeiten schließen wir am 12. September unser Geschäft und eröffnen es am 15. Oktober wieder. Ihr Marktkauf-Team

Nanu, denkt der kundige Kunde und erinnert sich daran, dass doch erst vor gut vier Jahren absolut umfangreichste Umbauarbeiten durchgeführt worden waren. Seither firmiert das ehemalige dixi unter Marktkauf. Mit diesem Zweifel ausgestattet, starte ich meine Recherchen und siehe da:

Der Marktkauf schließt. Es findet zwar tatsächlich am 15. Oktober eine Eröffnung statt. Diese dann allerdings wohl unter dem Logo Edeka. Wo liegt der Unterschied? Immerhin ist Marktkauf auch eine Edeka-Marke.

Der Unterschied ist dennoch gravierend. Edeka wird in der Form einzelner Unternehmen geführt, bei denen lediglich das Markendach einen Zusammenhang suggeriert. Hinter jedem Edeka-Markt steht ein Unternehmer, der versucht, aus diesem Gewinn zu schlagen. Das Risiko liegt beim Unternehmer, nicht bei Edeka. Marktkauf hingegen ist ein eigenständiger Konzernteil und als solches ein bundesweit agierendes Gesamtunternehmen mit rund 26.000 Mitarbeitern. Hier liegt das Risiko des einzelnen Marktes direkt bei Edeka. Verständlich also, das Edeka da nicht unbedingt scharf drauf ist. Also, weg mit dem Iserlohner Marktkauf und unter neuem Namen einen selbständigen Betreiber ins eigene Risiko gezwungen.

Dieser Unternehmer kommt dem Vernehmen nach aus Hamburg und hat bislang keine weiteren Edeka-Märkte, soll gar ein Newcomer sein. In der Tat ist es bei Edeka nicht unüblich, dass einzelne Unternehmer in ihren Regionen auch mehrere Märkte betreiben. Im hiesigen Raum beispielsweise Frank Grebenstein, der zur Zeit in Hemer eine Neueröffnung vorbereitet. Die soll dem Vernehmen nach der modernste Edeka Deutschlands werden.

Zurück zu unserem Hamburger. Ohne Erfahrung will also jetzt dieser Unternehmer einen Markt aufziehen, der von der Größe her einer der größten Märkte im Edeka-Ladenkonzept überhaupt sein dürfte. Ihm ist viel Erfolg zu wünschen. Einerseits.

Andererseits ist da noch die Sache mit den Marktkauf-Angestellten. Denn diese beabsichtigt der Hamburger nicht unbedingt zu übernehmen. Eine zweistellige Zahl Mitarbeiter hat den Laden bereits verlassen. Verärgerung ruft in der Mitarbeiterschaft hervor, dass der Übernehmer per Zeitungsanzeige nach Fachpersonal sucht, das im Marktkauf bereits verfügbar ist. Wie man hört, wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Fachabteilungen vom neuen Marktbetreiber nicht einmal Stellen angeboten. Sie wurden schlicht übergangen.

Für die Mitarbeiter ist der Fall klar: „Der will billiges Personal zu seinen Konditionen einstellen und nicht die finanziell auskömmlichen Arbeitsverträge der bestehenden Mitarbeiterschaft übernehmen.“ Verständlich? Nur im Kontext der gesamtgeschaftlichen Veränderungen, die uns der Kanzler der Bosse mit seiner rot-grünen Koalition beschert hat. Als selbst die Sozialdemokraten ihre gesellschaftliche Verantwortung an der Garderobe abgegeben haben, sind alle Dämme gebrochen. Seither regiert die Wirtschaft noch ungenierter als zuvor.  Aber, das ist ein anderes Thema.

Ab dem 15. Oktober finden Sie alle nun also einen neuen, großen Edeka-Markt an der Grenze zu Hemer-Westig. Dort gibt es dann Frischetheken für Käse, Wurst und Fleisch, sowie einen großen Backshop mitten im Laden. Die Metzgerei Jedowski werden Sie dann allerdings dort ebenfalls nicht mehr antreffen. Man kann demnach schon jetzt nicht von einer Verbesserung im Gesamtangebot sprechen. Der Kunde wird nichts von den Veränderungen haben.

Der Gewinner heißt allein Edeka. Verlierer sind wie immer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

(Und wenn sich nun wieder wer fragt, warum der IKZ das Thema nicht schon längst aufgegriffen hat… Tja, so ist es, wenn es nur eine Zeitung am Ort gibt. Man wird träge, faul und arrogant. Gebratene Nachrichtentäubchen mögen einem bitte geradewegs ins Mündchen fliegen)

Postulator Tüttelmann berichtet in seinem Verkündigungsorgan Stadtspiegel über heftige Reaktionen aus der Kalthofer Bürgerschaft zu den Neuvermietungen im Kalthof-Center und liefert auch gleich fünf Beispiele aka Leserbriefe mit.

Besonders beeindruckend an diesen Bestandsaufnahmen intellektueller Degeneration ist das völlige Verwechseln der Einflusssphären. Da beschwert sich einer darüber, die CDU habe einen Frischemarkt versprochen, aber das sei ja dann wohl doch nur Wahlkampf gewesen. Der Nächste ruft, die Politik sei gefordert und müsse für die Versorgung älterer Menschen mit Produkten des täglichen Lebens sorgen. Und ein Weiterer lamentiert, das seine Frau keinen Führerschein habe und von daher darauf angewiesen sei, dass man sie zuhause beliefere oder hilfsweise einen massgefertigten Markt mit den gewünschten Produkten vor ihre Haustüre stelle. Gar nicht gehen würde ja wohl Gastronomie. Schließlich habe man sowas schon.

Leben in Kalthof eigentlich viele Migranten aus Ostdeutschland? Ist nicht böse gemeint, würde nur verstehen helfen…

Mal Spaß beiseite: Einen kommunalen, womöglich öffentlich-rechtlichen Frischemarkt mit Fleisch- und Wursttheke, sowie Babyartikeln wird es nicht geben. Was in eine Gewerbeimmobilie kommt, entscheidet der Markt in der Form von Eigentümer und Mietinteressent. Und was sich letztlich in der Immobilie hält, entscheidet auch wieder der Markt. Dieses Mal in der Form von Anbieter und Abnehmer aka Bürgerinnen und Bürgern.

Womit sich der Kreis schließt. Denn immerhin war im Kalthof-Center einige Jahre ein wohlsortierter (Frische-)Markt der Kette Spar. Der aber konnte nicht existieren, weil sich diejenigen, die hier jetzt laut weinen, ihre Brocken lieber billiger beim Discounter und größeren Kaufhäusern wie dem örtlichen real.- gekauft haben. Wenn sie dann am frühen Abend zuhause festgestellt hatten, dass sie kein Salz mehr hatten, stiefelten sie zum Sparmarkt und kauften vielleicht noch drei Pakete Tempotaschentücher, ein Brot und zwei Liter Milch. Der Marktbetreiber kämpfte und untersuchte, was das Zeug hält.

Schlussendlich musste man aufgeben, weil man mit ermittelten 9 Euro und ein paar zerdrückte Umsatz pro Kopf Kunde und Einkauf als Frischemarkt einfach nicht überleben kann. Aus dem Hause real.- hört man schon Lament, wenn der Pro-Kopf-Umsatz auf 25 Euro je Einkauf sinkt. Hätten die Kalthofer ihren Markt tatsächlich erhalten wollen, hätten sie ihn schlichtweg nur zu unterstützen brauchen. Leider scheint sich die Mentalität der Masse heutzutage ganz allgemein sehr stark hin zum Nehmen und ganz stark weg vom Geben  zu bewegen. Man könnte auch von steigender Asozialität, mindestens aber Antisozialität der Gesellschaft sprechen.

Das funktioniert vielerorten, aber eben nicht überall. Einen Lebensmittelmarkt kann man nicht herbeifordern. Und, liebe Kalthofer, glaubt es: Die Politik kann da gar nichts dafür. Guckt mal in den Spiegel, wenn Ihr die Verantwortlichen sucht…

Wer sich einmal durch die kleinen Bildchen auf der Unterstützerseite der Webpräsenz des Bürgermeisterkandidaten Lutz-Tim Tölle klickt und dabei Kenntnisse über die gesellschaftlichen Zusammenhänge in Iserlohn nicht vermissen lässt, wird etwas erkennen. Und je mehr Bildchen man klickt, desto deutlicher wird der Zusammenhang.

Ab einer gewissen Anzahl geklickter Bildchen macht es Sinn, zusätzlich zur Unterstützerseite auch noch die Website des Rotary Club Iserlohn zu öffnen und dort einmal die Seite „Vorstand“ aufzurufen. Siehe da, ein fast identisches Bild bietet sich dem Auge des Betrachters dar.

Nahezu der gesamte Vorstand des Rotary Club Iserlohn unterstützt seinen 2007er Präsidenten Lutz Tim Tölle. Reinhold Roels, Uwe Breitrück, Christian Kamp, Reinhard Adam, Theo Bergenthal, Klaus Späing, Joachim Köhne – die ganze illustre Runde. Auch nicht mehr im Vorstand aktive Rotarier, wie Giesecke von Bergh, stellen sich hin.

Ist doch klar, dass der Verein seinen ehemaligen Präsidenten unterstützt, werden Sie vielleicht denken. Ich würde das allerdings nur dann bestätigen, wenn es sich um einen Fußballclub oder den örtlichen Kaninchenzüchterverein handelte. Nicht aber in Rotary-Gefilden, denn bei Rotary geht es um was anderes.

Die weltweiten Rotarierclubs stellen sich mit ihren über 1,2 Millionen Mitgliedern gern als mildtätige Organisation hin, die lediglich dem Dienst am Gemeinwohl verpflichtet ist. In der Tat ist das Wirken nach außen oberflächlich von diesem Grundsatz bestimmt und soll wohl für gute Stimmung in der Öffentlichkeit gegenüber dem undurchsichtigen rotarischen Geflecht sorgen. Wer soll schon etwas gegen einen Verein haben, der ständig irgendwelche caritativen oder kulturellen Aktionen sponsort?

Nach Innen geht es bei Rotary jedoch um handfeste Vorteile für jedes einzelne Mitglied. Man hilft sich gegenseitig in einer Weise, in der es nur wenigen Menschen möglich ist. Schließlich kommt man bei Rotary nur rein, wenn man von mindestens einem bestehenden Mitglied vorgeschlagen und in einer Mitgliederversammlung einstimmig angenommen wird. Auf diese Weise hält Rotary das hohe gesellschaftliche Niveau seines Netzwerks aufrecht.

Der WDR charakterisiert Rotary so: „Schnell begreifen sich die Rotarier aller Länder als Besten-Auslese und sorgen mit einem strengen Regelwerk dafür, dass neben Freundschaft und Wohlfahrt im Zeichen des Zahnrads auch der Nimbus vom Elite-Club genährt wird. Wer es zu Einfluss, Macht oder Könnerschaft in seinem Beruf gebracht hat, dem wird der Beitritt diskret angetragen.“

Innerhalb dieser Bestenauslese gibt es nur wenige Tabus. Da wird sich gegenseitig in allen Lebenslagen geholfen.  Jobs für den Sohnemann oder Geschäftsabschlüsse hin zum Ausgrenzen etwaiger Wettbewerber sind an der Tagesordnung. Leider macht Rotary bei diesen – vergleichsweise harmlosen – Seilzerrereien noch nicht Schluss.

Beispielhaft für das Treiben und die wahren Ziele der Rotarier seien folgende Vorgänge genannt:

Die Versetzung der ehemaligen Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen an das Essener Amtsgericht soll erfolgt sein, weil sie im Falle Zumwinkel möglicherweise einigen Rotariern zu nahe getreten war. Unter anderem gehörte ihr direkter Vorgesetzter und leitender Oberstaatsanwalt dazu. Diese Geschichte kann man hier und unter dem Titel „Neulich im Rotary Club“ hier nachlesen.

In Universität und Forschungszentrum Karlsruhe schieben sich Rotarier Professuren und andere Pöstchen zu. Es gibt wohl gar Hinweise auf Verwicklungen in windige Rüstungsgeschäfte, verbunden mit der interessanten Information, dass mindestens sieben Verfassungsrichter Rotarier sind.

In Münster flog ein Steuerfahnder raus, weil er sich nicht an die schriftliche Anweisung seines Dienststellenleiters gehalten hatte, im Ermittlungsfall Brillux, trotz vermuteteter Hinterziehung einer halben Million Mark das Strafverfahren einzustellen. Der Dienststellenleiter und der Brillux-Steuerberater sind Rotarier.

In Fulda sollen Rotarier für die club-genehme Besetzung von Kirchenämtern sorgen.

Für manche ist sogar klar, dass Rotary und Lions lediglich durch die Freimaurerschaft betriebene Alibi-Vereine sind. Belegt wird das durch den Nachweis, dass sowohl der Gründer von Rotary, wie auch derjenige von Lions Hochgradfreimaurer waren. Danach fungieren Rotary und Lions als bloße Zubringerorganisationen zu den inneren Zirkeln, den Logen.

Ob es nun tatsächlich darum geht, „die Führungskräfte in Politik, Kirche und Wirtschaft für die kommende antichristliche Weltrepublik zu erziehen“, wie es sachkundige Kritiker des Freimaurertums behaupten oder lediglich darum, maximalen persönlichen, dabei vor allem wirtschaftlichen Nutzen aus dem Engagement als Rotarier zu ziehen, mag ich nicht definitiv beurteilen.

So oder so sind die Zielsetzungen verwerflich genug, als das man diese Seilschaften nicht noch durch die Installation eines rotarischen Bürgermeisters in Iserlohn unterstützen sollte.

Ich unterstütze daher Lutz Tim Tölles Aufforderung.

Gehen Sie zur Wahl! Aber wählen Sie um Himmels Willen nicht Tölle!

Aufgrund des Artikels zur Neubesetzung der Ordnungsabteilungsleitung Iserlohns lief mein toter Briefkasten über. Dutzende Menschen wollten wissen oder glaubten zu wissen, um wen es sich bei dem oder der Ungenannten handeln müsste. Alle Seher lagen falsch. Ich geriet ins Nachdenken.

Ich möchte nicht, dass über wilde Spekulationen unbeteiligte Dritte Schaden nehmen. Deshalb habe ich den Artikel vom Netz genommen. Wild im Westen ist nicht die BILD-Zeitung!

UWGs gibt es nahezu überall. Im kommunalpolitischen Diskurs haben sie sich im Grunde etabliert, wobei man bei näherer Betrachtung nicht wirklich große Differenzen zum altkonservativen Lager finden wird. Stets sollte man sich jedoch vor Augen halten, dass die UWG keine Homogenität birgt. Die UWG in Villabajo hat keine gemeinsame politische Basis mit der UWG in Villariba. UWGs bestehen ganz zwangsläufig aus einem Trupp von Selbstdarstellern, die sich nicht in größeren Zusammenhängen konstruktiv beteiligen wollen, sondern Wert darauf legen mit Nase und Name als Macher in der Lokalpresse aufzutauchen. Manche davon auf Biegen und Brechen.

So wie der hiesige UWG-Vorsitzende Helmut Prange, der mittlerweile seine ganze Familie instrumentalisiert, äh politisch interessiert hat. Helmut Prange ist quasi eine Ein-Mann-Partei. Alle anderen „Teilnehmer“ sind Füllmaterial für die politische Bedeutung des Obermachers. Für diese Behauptung spricht vor allem, dass Helmut Prange in seinem näheren und weiteren Bekanntenkreis permanente Akquise betreibt. Ähnlich einem Missionar versucht er Menschen zur Mitarbeit in der UWG zu bewegen, macht wilde Versprechungen zu Listenplätzen und Fraktionsämtern.

Nicht schlimm, sagen Sie, das machen doch alle so. Fast richtig. Das machen im Prinzip alle so, aber Helmut Prange macht es auch bei Leuten, deren politische Gesinnung er überhaupt nicht kennt und die ihm auch völlig egal ist. Ihm geht es lediglich darum, Quantität aufzubauen. Qualität kann er ja auch gar nicht wollen, denn dann würde ihm womöglich ruckzuck einer intellektuell und rhetorisch den Rang ablaufen. „Seine“ UWG würde plötzlich intern basisdemokratisch und im Zweifel sogar von jemand anderem angeführt. Solches ist jedem Fürsten fremd.

Und so ist die UWG Iserlohn nichts anderes als das Einflussnahmeinstrument des Helmut Prange, wie der Stadtspiegel das Verkündigungsorgan des Rainer Tüttelmann ist. Wer also den kommunalpolitischen Herrschaftsanspruch eines einzelnen Iserlohner Bürgers stärken will, der mache sein Kreuzchen am 30. unbedingt bei der UWG.

Wer es nicht glaubt, schaue sich mal die Mitwirkenden in der UWG näher an. Man wird beispielsweise erstaunlich viele Polizisten finden, was sicherlich nichts damit zu tun hat, dass Helmut Prange Polizist in Vorgesetztenposition ist. Oder doch?

Aus der Reihe „Nacky Luke (NL) stellt vor“: Bürgermeisterkandidat Harald Eufinger (Bündnis 90 / Die Grünen)

Es ist ja nicht völlig bedeutungslos, welche Qualifikation ein Bürgermeisterkandidat eines Mittelzentrums mit sich herum trägt und bei Bedarf der Bürgerschaft zur Verfügung stellen kann. Da hat natürlich der eine mehr, der andere weniger zu bieten. Anhand einiger Zitate aus dem heutigen IKZ und ein wenig Handrecherche im WWW wollen wir mal sehen, was der Harald Eufinger in petto hat.

IKZ: Das Abitur machte er am MGI, noch am alten Standort

NL : Das muss also vor 1977 gewesen sein.

IKZ: Dann machte er eine Lehre als Bankkaufmann bei Karstadt

NL: Von einem Abschluss ist nicht die Rede. Lehre abgebrochen?

IKZ: Danach ging es zum Studium nach Dortmund, wo Wirtschafts- und Sozialwissenschaften auf dem Lehrplan standen.

NL: Standen sie nur auf dem Lehrplan oder hat er sie tatsächlich studiert und mit welchem Abschluss. Etwa mit keinem? Dafür spricht:

IKZ: Allerdings hatte er sich zwischenzeitlich auch im Trockenbau selbständig gemacht.

NL: Das liegt so etwa in der Kategorie „Tiefbauarbeiten bis 80 cm Tiefe“, mit anderen Worten, kann ohne Ausbildung gemacht werden.

IKZ: Erst Ende der Achtziger findet Eufinger seine wahre Berufung..

NL: 12/13 Jahre nach dem Abi wird es ja auch langsam mal Zeit..

IKZ: Organisations-Programmierer – da „erfasst man die Strukturen von Betrieben und kann sie analytisch durchdringen“

NL: Nö. Organisationsprogrammierer stricken Software auf die Bedürfnisse des Unternehmens um und werden in der Regel von Organisatoren geleitet, sprich: Der Organisationsprogrammierer beherrscht die Sprache des Computers und setzt die Anforderungen des Organoisators in Computersprache um. Von wegen analysieren und so. Ein Handwerk wie Trockenbau ist das… Das er, so wie es aussieht, wohl auch nicht erlernt hat.

IKZ: Dann war er EDV-Leiter bei einem Großunternehmen oder hat größere Projekte bei Verlagen durchgeführt.

NL: War und hat? Was macht er denn jetzt? Nix? Sieht ganz so aus, denn wenn man sein XING-Profil aufruft, erfährt man, er sei in der Bildungsbranche als Dozent freiberuflich tätig. Dabei muss man wissen, dass es nirgends soviele erfolgreiche Freiberufler gibt wie bei XING und dass es dort kaum häufigere Berufe, wie Berater oder Dozent gibt. Beides bedarf keines Kompetenznachweises.

Und tatsächlich findet man ihn dann bei den JEKAMI-Kursen vom Bildungswerk Sauerland e.V. (Noch nie gehört übrigens, scheint ein ganz erfolgreiches Konzept zu sein.)

Es sieht wohl so aus, dass Herr Eufinger weder über vernünftige Qualifikationen, noch über einen funktionierenden, im Sinne von ernährenden beruflichen Background verfügt. Herr Eufinger braucht den Job als Bürgermeister aus ganz simpler Motivation. Kohle. Das ist nicht anrüchig, reicht aber für eine Empfehlung nicht aus…

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